Das Anwesen scheint auf einem Hügel mit Blick auf die malerische Landschaft des Appenzells zu schweben und bildet den Abschluss der Siedlung zur Agrarlandschaft und zum Wald dahinter.
Entgegen der exponierten Lage war es das Ziel, die Gebäude harmonisch in die umgebende Landschaft und Gartenanlage zu integrieren. Die silbrigen Holzdächer nehmen Bezug auf die traditionelle Typologie der Appenzeller Architektur und stellen eine fließende Verbindung zur umgebenden Natur her.
Als die Vision für das Privatgrundstück entstand, war das Planungsteam bereits eingespielt und bestand aus dem Innenarchitekten, den Architekten und dem Landschaftsarchitekten. So konnte ein Projekt mit einem ganzheitlichen Ansatz, von der ersten Vision bis zur Fertigstellung im Jahr 2022, realisiert werden.
Die Residenz Fernblick besteht aus vier Häusern (Gästehaus, Gärtnerhaus, Haupt- und Poolhaus), die sorgfältig entlang der Hügelkrümmung positioniert sind. Das Hauptgebäude liegt in der Mitte und blickt auf die berühmte Säntisregion und bietet durch seine rahmenlosen Skyframe-Fenster eine spektakuläre Aussicht. Rechts vom Gästehaus und links vom Poolhaus flankiert, wirken sie zusammen wie eine Einheit. Die großzügigen Außenräume zwischen und um die Gebäude herum bieten ein parkähnliches Erlebnis, das bei Spaziergängen entlang des Grundstückswegs erkundet werden kann. Das Untergeschoss, das alle drei Häuser verbindet, beherbergt den Spa-Bereich mit Hallenbad und Fitnessraum sowie das Heimkino und den Weinverkostungsbereich.
Die Architektur und Typologie der vier Gebäude erinnert mit ihren großen Holzdächern und Auskragungen an eine japanische Engawa, eine überdachte Veranda um das Gebäude herum, die vor Wetter und Sonne schützt und einen kontinuierlichen Rundgang um die Gebäude ermöglicht. Die architektonisch minimale Metallkante des Daches mit seinem versteckten Ablaufdetail definiert eine scharfe Kante zum Panorama der Bergkette im Hintergrund. Die traditionell gefertigten Dachschindeln aus Holz haben wenige Wochen nach der Montage einen silbernen Farbton angenommen und fügen sich wunderbar in die umgebende Landschaft ein.
Private Residenz mit Haupthaus, Gästehaus, Poolhaus, Gartenhaus sowie Spa/Fitness im Untergeschoss und Garage.
Sito – Enea Kollaboration
2019 - 2022
Teufen, Appenzell, Schweiz
Gesamtvolumen: 13'760 m3
Phasen:
Vorprojekt, Bauprojekt, Baueingabe, Ausschreibungs- und Ausführungsplanung, gestalterische Leitung
Team Studio Sito:
Simone Schnyder (PL), Thomasine Wolfensberger
Lukas Mersch (PL), Carlo Wezel, Vasiliki Nikoloutsou, Konstantinos Sakellariou, Flavio Gisler
Partner:
Garten: Enea Landscape Design GmbH
Interior: Ina Rinderknecht Interior Architecture AG
Ausführungsplanung: Maerz AG
Bauleitung und Baumanagement: Tecti AG
Bilder: Dreisicht GmbH
Fotos: Martin Rütschi und Agi Simoes / Reto Guntli