Wettbewerb / Tropical Public Health Institute

Swiss TPH

­Städtebau

Der Standort für den Neubau des Schweizer Tropen- und Public Health-Instituts am Hegenheimermattweg befindet sich in einer Abfolge grossmasstäblicher Bauten. Mit seiner Ecklage übernimmt das TPH als Auftakt zum neuen Entwicklungsgebiet BaseLink eine städtebaulich wichtige Rolle. Für das Volumen haben wir die durch die Baulinie gegebenen geschnittenen Ecken genutzt und wiederholen methodisch diese Geste auf der Rückseite des Gebäudekörpers. Die eingezogene Fassade gestaltet die Hauptzugänge auf der Vorder- und Rückseite des Gebäudes. Diese zieht sich bis zu den Seiteneingängen des Baukörpers mittig weiter. Parkplätze und ein Teil der Fahrradeinstellplätze liegen in gedeckten Bereichen. Dieser ist für alle Fahrzeugnutzer gleich gut erreichbar. Wir legen die Grünbereiche bewusst bei den jeweiligen Zugängen an. Auf diese Weise bilden der geplante Grün Raum des BaseLink, die Sportanlagen Bachgraben und das THP eine visuelle Einheit. 


Enfilade / Erdgeschoss

Der Hauptzugang vom Hegenheimermattweg führt über eine grosszügig angelegte Stufenanlage zum zurückversetzten Eingang des Erdgeschosses. Die stützenfreie Auskragung des Baukörper und die trapezförmige Untersicht betonen zusätzlich die Ecksituation. Das Zentral angelegte Foyer befindet sich unmittelbar im Haupteingangsbereich und bildet einen Treffpunkt der zum Verweilen einlädt und gleichzeitig einen reibungslosen und raschen Zugang zu Schulungsräumen, Bibliothek und persönlichen Orten ermöglicht. Die Positionierung des Raums der Kulturen am Hegenheimermattweg soll den vorübergehenden Passanten mit Ausstellungen einen Einblick in das Schaffen des TPH bieten.

Die zentrale innere "Strasse" / Enfilade führt die Mitarbeiter und Studenten durch das gesamte Gebäude und erlaubt eine Durchlässigkeit innerhalb des ganzen Erdgeschosses. Mit der Abfolge von Kommunikationsbereichen, Bibliothekszugang, Poststelle, Pin Board, Bankomat und dem Zugang zum Restaurant/Kaffee entlang der zentralen Achse kann die Enfilade als erweiterter städtischer Raum gelesen werden. Das Restaurant wurde bewusst in den hinteren Bereich des Gebäudes gesetzt. Es ermöglicht eine direkte Verbindung und Öffnung des Gebäudes hin zum Grün Raum des BaseLink.


 

Erschliessungen / Verbindungen

Die vertikale Primäre Erschliessung für die Personen erfolgt über lateral angelegte Kerne. Einer der beiden Lifte beim Haupteingang verbindet direkt das Medres Departement mit dem Erdgeschoss. Eine grosszügige Wendeltreppe führt vom Foyer direkt zu den Seminarräumen im Untergeschoss. Die zentrale Lage direkt beim Haupteingang kann den Personenfluss schnell und effizient kanalisieren. Der Kern neben der Anlieferung ist zusätzlich zur Fluchttreppe mit einem Warenlift und dem Traystorage ausgerüstet. Die Positionierung in der Mitte des Gebäudes ermöglicht kurze Wege für alle Laborbereiche und kann direkt bestückt werden. Zwischen den 2 Laborgeschossen im 1. und 2.OG gibt es an jeder kurzen Seite des Gebäudes kleinere Wendeltreppen. Diese ermöglichen eine direkte vertikale Verbindung zwischen den Laborgeschossen und dienen gleichzeitig als Kommunikationsbereich.

In den Bürogeschossen im 3. Und 4.OG sind die kurzen Verbindungen so gesetzt, dass die jeweiligen Departemente und Nutzungen ideal verbunden sind. Auch in diesen Geschossen sind unmittelbar um die Erschliessungen die Kommunikationsbereiche angelegt. Diese Massnahme gibt dem Gebäude trotz seiner inneren Dichte eine gewisse Durchlässigkeit. Sie verbinden die Programmpunkte miteinander und spannen ein Netz räumlicher Beziehungen auf.


 

Fassade / Belichtung 

Geleitet von der Idee eines tropischen Waldes haben wir uns für eine Fassadenstruktur entschieden, welche die Vertikale betont und abstrahierte Bambusse und Bäume darstellen soll. Die Lisenen artigen geknickten Betonelemente und die "Blätterförmigen" triangulierten Stützen im EG folgen dem inneren Raster der Tragstruktur.

Die Fenstereinteilung nimmt den Raster der Labore und Büros auf und gibt dem grossen Volumen eine leichtere Erscheinung. Die triangulierten Stützen im Erdgeschoss wechseln je nach Fassadenposition die Richtung und sollen an das Bild eines Baumes und die vertikale Struktur an abstrahierte Bambusse erinnern. Im Bereich wo die Fassaden zurückspringen verlaufen die Stützen senkrecht zur Fassade. Es entstehen laubenartige Durchgänge welche für die Parkplätze und Veloabstellplätze, sowie als gedeckte Durchgangsbereiche genutzt werden können.

Die grossen Fenster erlauben eine gute Lichtdurchlässigkeit und versorgen die Erschliessungen und Auswertplätze der Labore im 1. Und 2.Obergeschoss ideal mit Tageslicht.

Im 3. Und 4.Obergeschoss bringen die 2 Innenhöfe, welche vom 3.OG erschlossen werden können, viel Tageslicht für die innenliegenden Büros. Nutzungen wie Silent Focus, welche kein direktes Tageslicht benötigen, sind zwischen den Erschliessungen angelegt. Im 4.OG hat es punktuelle Oberlichter (Cupolux), welche den Büros zusätzliches Licht bringen. 

Die begrünten Innenhöfe bieten den Mitarbeitenden einen Garten zum Verweilen und dienen der Kommunikation.


2016

 

Schweiz


Gesamtfläche:    17'000m2

 

Phase: 

Wettbewerb

 

Team Studio Sito:

Simone Schnyder, Thomasine Wolfensberger

Vasiliki Nikoloutsou, Giorgia Papathanasio, Michiel Gieben